Programme unter Windows zu deinstallieren, ist eigentlich einfach: Einstellungen öffnen, das gewünschte Programm auswählen und auf „Deinstallieren“ klicken. In vielen Fällen funktioniert das problemlos. Allerdings bedeutet eine erfolgreiche Deinstallation nicht automatisch, dass wirklich alle Bestandteile einer Software vom Computer verschwunden sind.
Zurückbleiben können beispielsweise Konfigurationsdateien, Programmordner, temporäre Dateien oder Einträge in der Windows-Registry. Bei einem einzelnen Programm fällt das meistens kaum auf. Wer jedoch häufig Software installiert, ausprobiert und wieder entfernt, kann über längere Zeit einiges an Datenmüll ansammeln.
Genau hier setzt Ashampoo UnInstaller 16 an. Das Programm soll Software nicht nur deinstallieren, sondern Installationen überwachen und anschließend möglichst vollständig wieder rückgängig machen. Version 16 bringt dafür unter anderem eine forensische Analyse bestehender Installationen, eine erweiterte Tiefenreinigung und zusätzliche Werkzeuge zur Systemanalyse mit.

Warum bleiben nach einer Deinstallation überhaupt Dateien zurück?
Windows stellt Anwendungen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung, sich selbst wieder zu entfernen. In der Regel startet Windows dabei das Deinstallationsprogramm des jeweiligen Herstellers.
Wie gründlich dieses arbeitet, hängt allerdings vom jeweiligen Programm ab.
Manche Anwendungen entfernen nahezu alle angelegten Dateien. Andere behalten bewusst Einstellungen, Benutzerprofile oder Konfigurationsdateien auf dem Computer. Das kann durchaus sinnvoll sein. Wenn Sie die Software später erneut installieren, stehen Ihre bisherigen Einstellungen dadurch möglicherweise wieder zur Verfügung.
Möchten Sie ein Programm jedoch dauerhaft entfernen oder installieren Sie regelmäßig Software zum Testen, sind diese Überbleibsel nicht immer erwünscht.
Ein spezieller UnInstaller versucht deshalb, neben dem eigentlichen Programm auch die durch dessen Installation entstandenen Änderungen zu identifizieren.
Was macht Ashampoo UnInstaller 16 anders?
Eine der interessantesten Funktionen von Ashampoo UnInstaller 16 ist die Installationsüberwachung.
Der UnInstaller kann Installationsvorgänge erkennen und protokollieren. Dabei wird erfasst, welche Änderungen während der Installation am System vorgenommen werden. Wird das Programm später wieder entfernt, kann dieses Protokoll genutzt werden, um zusätzliche Dateien und Einträge aufzuspüren.
Ashampoo gibt an, dass unterschiedliche Installer-Typen erkannt und Anfang sowie Ende vieler Installationen automatisch erfasst werden können. Gleichzeitig soll die Software Installationen besser von normalen Programmupdates unterscheiden können.
Gerade wenn Sie regelmäßig Programme ausprobieren, ist diese Arbeitsweise interessant: Statt erst bei der Deinstallation nach möglichen Überresten zu suchen, weiß der UnInstaller bereits, was während der Installation verändert wurde.
Forensische Analyse für bereits installierte Programme
Eine Installationsüberwachung hat einen offensichtlichen Nachteil: Sie funktioniert am besten bei Programmen, die nach der Installation des UnInstallers eingerichtet werden.
Version 16 versucht dieses Problem mit einer neuen forensischen Analyse zu lösen.
Damit können laut Hersteller für unterstützte, bereits vorhandene Programme nachträglich Informationen über deren Installation ermittelt werden. Auf dieser Grundlage erstellt Ashampoo UnInstaller ein Deinstallationsprotokoll, obwohl die ursprüngliche Installation nicht live überwacht wurde.
Das ist vor allem für bestehende Windows-Systeme praktisch. Schließlich werden die wenigsten Nutzer ihren Rechner neu aufsetzen, nur damit zukünftige Deinstallationen besser protokolliert werden können.
Eine nachträgliche Analyse kann naturgemäß nicht in jedem Fall genauso eindeutig sein wie die direkte Beobachtung einer Installation. Sie erweitert aber die Möglichkeiten gegenüber einer reinen Suche nach offensichtlichen Programmresten.
Bis zu fünf Schritte für eine gründlichere Deinstallation
Bei Programmen ohne vollständiges Installationsprotokoll kombiniert Ashampoo mehrere Verfahren miteinander.
Neben der normalen Deinstallationsroutine des Programms können unter anderem vorhandene Datenbankinformationen und eine anschließende Tiefenreinigung eingesetzt werden. Version 16 bietet zusätzlich eine erweiterte Suche nach Registry-Resten. Insgesamt spricht Ashampoo deshalb von einer bis zu fünfstufigen Deinstallation.
Der Vorteil liegt weniger darin, einige Megabyte zusätzlichen Speicherplatz freizugeben. Auf modernen SSDs dürfte das in den meisten Fällen kaum relevant sein.
Interessanter ist eine gründliche Deinstallation beispielsweise dann, wenn eine fehlerhafte Anwendung neu installiert werden soll, alte Konfigurationen Probleme verursachen oder häufig verschiedene Programme getestet werden.
Systemänderungen mit Snapshots nachvollziehen
Eine weitere Funktion sind sogenannte Snapshots.
Dabei speichert der UnInstaller den Zustand bestimmter Bereiche des Systems zu zwei unterschiedlichen Zeitpunkten und vergleicht diese anschließend miteinander. So können Änderungen an Dateien und der Registry sichtbar gemacht werden.
Das kann beispielsweise hilfreich sein, wenn Sie nachvollziehen möchten, was sich nach der Installation eines Programms auf Ihrem Rechner verändert hat.
Für den normalen Windows-Alltag werden Sie diese Funktion vermutlich eher selten benötigen. Für technisch interessierte Nutzer oder beim Testen von Software ist sie dagegen durchaus spannend.
Crash Analyzer: Windows-Fehler übersichtlicher anzeigen
Ashampoo UnInstaller 16 beschränkt sich inzwischen nicht mehr ausschließlich auf die Deinstallation von Software.
Neu hinzugekommen ist unter anderem ein Crash Analyzer. Dieser wertet Informationen aus den Windows-Ereignisprotokollen aus und stellt Abstürze und Fehlermeldungen übersichtlicher dar. Die Ergebnisse lassen sich nach Zeitpunkt oder Häufigkeit sortieren und durchsuchen.
Das ersetzt keine vollständige Fehlerdiagnose, kann aber einen ersten Hinweis darauf geben, welches Programm oder welche Windows-Komponente regelmäßig Probleme verursacht.
Gerade die Windows-Ereignisanzeige ist für weniger erfahrene Nutzer schnell unübersichtlich. Eine vorsortierte Ansicht relevanter Absturzmeldungen kann die Suche nach einer Ursache vereinfachen.
Registry- und Cleaner-Funktionen mit Bedacht verwenden
Zusätzlich enthält Ashampoo UnInstaller verschiedene Werkzeuge zur Systembereinigung. Version 16 bringt unter anderem den überarbeiteten Registry Optimizer 2, einen Privacy Traces Cleaner sowie weitere Cleaner-Module mit. Für die Registry-Bereinigung gibt es außerdem einen vorsichtigeren „Super-Safe-Mode“.
Hier ist allerdings etwas Zurückhaltung sinnvoll.
Eine regelmäßig bereinigte Registry macht einen modernen Windows-PC nicht automatisch spürbar schneller. Wer keine Probleme mit seinem System hat, muss die Registry nicht permanent optimieren.
Anders sieht es bei der gezielten Suche nach Überresten einer bereits entfernten Anwendung aus. In diesem Zusammenhang kann die Registry-Analyse sinnvoll sein, weil sie direkt zum eigentlichen Zweck des UnInstallers gehört.
Wie bei allen tiefgreifenden Systemwerkzeugen empfiehlt es sich trotzdem, vor größeren Änderungen ein aktuelles Backup wichtiger Daten zu besitzen.
Für wen lohnt sich Ashampoo UnInstaller 16?
Nicht jeder Windows-Nutzer benötigt einen zusätzlichen UnInstaller.
Wenn Sie Ihren Computer hauptsächlich für Browser, Office, E-Mail und einige wenige Programme verwenden, genügt die Windows-Deinstallation in vielen Fällen vollkommen.
Interessanter wird Ashampoo UnInstaller 16, wenn Sie regelmäßig Programme installieren und ausprobieren, ältere Software sauber entfernen möchten oder genauer nachvollziehen wollen, welche Änderungen Programme auf Ihrem System vornehmen.
Auch für technisch interessierte Anwender kann die Kombination aus Installationsprotokollen, Snapshots und Crash Analyzer nützlich sein.
Unterstützt werden laut Ashampoo Windows 10 und Windows 11. Systeme mit ARM-Prozessoren werden derzeit nicht unterstützt. Für die Verwendung werden außerdem Administratorrechte benötigt; für Aktivierung und regelmäßige Lizenzprüfung ist eine Internetverbindung erforderlich.
Mehr Kontrolle über installierte Software
Ashampoo UnInstaller 16 löst ein Problem, das Windows selbst nur teilweise adressiert: Programme können zwar einfach entfernt werden, wie vollständig dies geschieht, hängt aber stark vom jeweiligen Deinstallationsprogramm ab.
Besonders interessant ist deshalb nicht irgendein zusätzlicher „PC-Cleaner“, sondern die Überwachung von Installationen. Wer bereits bei der Installation dokumentiert, welche Änderungen vorgenommen werden, hat später wesentlich bessere Voraussetzungen, diese wieder rückgängig zu machen.
Mit der forensischen Analyse versucht Version 16 dieses Prinzip zudem auf Programme auszuweiten, die bereits vorher installiert waren. Zusammen mit Tiefenreinigung, Snapshots und dem Crash Analyzer entsteht daraus ein umfangreiches Werkzeug zur Verwaltung und Analyse installierter Windows-Software.
Wer nur gelegentlich ein Programm entfernt, braucht diese Möglichkeiten vermutlich nicht. Wer dagegen häufig Software ausprobiert oder möglichst viel Kontrolle darüber behalten möchte, was Programme auf dem eigenen Windows-System hinterlassen, findet in Ashampoo UnInstaller 16 ein interessantes Werkzeug.
Bildquelle
Produktabbildungen und Screenshots: Ashampoo GmbH & Co. KG / offizielles Ashampoo Media Center.
